Sind wir die einzigen ohne Sex? - Sex & Elternschaft

Schwangerschaft und Sex ist ja schon so ein eigenes Kapitel. Ist das Baby dann endlich da, werden die Karten noch einmal neu gemischt und viele hoffen nun auf eine Zeit, in der es zumindest im Bett endlich wieder so wird, wie es vorher war...ganz ohne die ideale Position nur mit Hilfe von mindestens fünf Kissen zu finden. Nur dann tritt dieses "so wie früher" meist nicht ein. Müdigkeit, Zeitmangel, waches Kind...die Liste ist lang. Dabei steht die Frage im Raum: Geht es denn anderen Eltern auch so? 150 Mütter und ein Vater haben aus dem Nähkästchen geplaudert...

Sind wir die einzigen ohne Sex? Sex & Elternschaft.

Alle wollen Sex

Wenn ich mir die Statistiken für krachbumm.com ansehe, fällt mir etwas ziemlich ins Auge: Die Artikel, in denen es um Sex geht, sind die, die am meisten angeklickt werden; hier führen am meisten Suchanfragen hin und überhaupt sind es die, auf die ich auch am öftesten angesprochen werden - so unter vier Augen. Kommentieren trauen sich dann schon weniger. Dann müsste eine/r sich ja öffentlich positionieren und was denken dann die anderen? Ja, was denken die anderen überhaupt. Denn unter vorgehaltener Hand wird unter frischgebackenen Eltern schon ein bisschen getuschelt, ob das befreundete Paar auch nur mehr so selten Sex hat, aber gerne lässt mensch sich nicht in die Karten schauen. Dass wir's aber wissen wollen und neugierig sind, beweißt der Ansturm auf einen anonymen Fragebogen von mir, der innerhalb von wenigen Stunden von über hundert Müttern ausgefüllt wurde. 

Der Fragebogen

Um gleich mal eines vorweg zu nehmen: Das ist keine repräsentative Studie. In einigen Facebook-Gruppen, in denen sich vorwiegend Mütter aufhalten und auf dieser Webseite habe ich für den Fragebogen geworben. 150 Frauen und ein Mann haben ihn ausgefüllt. Die Fragen waren aber eher für Mütter konzipiert. 
Gefragt habe ich einerseits nach Rahmenbedingungen, die meiner Meinung nach die Häufigkeit von Sex bei Eltern einschränken könnten (Anzahl der Kinder, Alter der Kinder, Stillen, Schlafort des Kindes, Schlafrhythmus des Kindes), aber auch Geburtserlebnis, persönliches Wohlbefinden und die persönlichen Einschätzung, was die Häufigkeit von Sex beeinflusst.


Außerdem sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass meine Annahme war, dass Eltern weniger Sex hätten und meinen, es müsste viel mehr sein. Ganz ähnlich wie bei der Sex-to-do-Liste, über die ich schon mal geschrieben habe.

Und, haben denn nun andere auch so wenig Sex?

So einfach lässt sich das nicht beantworten. Also bitte ein bisschen Geduld. Fangen wir mal von vorne an.

Das Drumherum

Alter der Kinder

Der überwiegende Großteil der Mütter, die mir die Fragen beantwortet haben, hat ein Kind, zwei Kinder sind auch noch recht häufig, viel weniger haben drei, vier oder fünf Kinder. Von  etwa der Hälfte die mitgemacht haben ist das jüngste (oder einzige) Kind zwischen 1 und 3 Jahren alt. Auf dem zweiten Platz sind Eltern mit Kinder unter einem Jahr, vereinzelt sind die jüngsten Kinder auch 4 oder 6 Jahre alt. Eines war 9 Jahre alt. 


Gestillt wird derzeit etwa ein Drittel der Kinder.


Etwa 60% der Kinder schlafen im Familienbett oder im eigenen Bett im Elternschlafzimmer. Der Rest, also ca. 40 % der Kinder, schläft im eigenen Kinderzimmer. 


Die meisten Elternpaare sind schon recht lange zusammen. 39 % sind schon mehr als 8 Jahre mit dem anderen Elternteil in Beziehung, 34 % zwischen 5 und 8 Jahren und 19% zwischen 3 und 5 Jahren. Die übrigen sind klarerweise kürzer ein Paar.

Überraschung, Überraschung, Überraschung

Ich hab hin und her verglichen und trotzdem gibt es keinen Zusammenhang. Sowohl das Alter der Kinder, die Stillzeit, wo die Kinder schlafen, ob sie überhaupt schlafen, wie lange die Beziehungen schon bestehen: ES IST ALLES WURSCHT. Da gibt's kein Muster, da könnte ich jetzt nicht sagen die einen haben dann so und so viel Sex und die anderen weniger. 

Ja wie oft Sex haben die anderen denn nun?

Für den Fragebogen hatte ich folgende Antwortoptionen:

  • mehrmals in der Woche - 17%
  • ca. 1x in der Woche  - 30 %
  • schätzungsweise mehrmals im Monat - 18 %
  • ca. 1x im Monat - 12 %
  • ich hab keinen blassen Schimmer, aber hin und wieder - 17 %
  • das ist schon ewig her - 5 %

Gut, die mit einmal in der Woche sind am häufigsten vertreten. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Nehmen wir sie mit den mehrmals pro Woche zusammen, sind wir bei 47%. ABER kein Grund für ein schlechtes Gewissen: Mehr als die Hälfte hat weniger oft Sex, oder weiß nicht mal wann genau. 


67% haben außerdem die Frage mit "ja" beantwortet, dass sie das Gefühl haben, sie "müssten" eigentlich öfter Sex haben. 33% haben dazu "nein" angeklickt. Jetzt könnte mensch ganz patzig sagen, dass sind ja sicher die, die eh die ganze Zeit poppen. Nope. Eben nicht. 


Was ich total überraschend bei der Auswertung fand ist folgendes: Nur weil jemand ankreuzt, es "müsste" öfter sein, hat das nix mit der tatsächlichen Häufigkeit zu tun. Sogar von denen, die mindestens einmal in der Woche miteinander schlafen (oder eben öfter), gibt's einige, denen das zu wenig ist. Und andere wiederum, bei denen es nur hin und wieder passiert, für die passt das auch so.

Entscheidend ist unser eigenes Bedürfnis nach Sex

Natürlich können wir versuchen, den statistischen Wert einer alljährlichen Durex-Studie einzuhalten, wenn wir uns damit besser fühlen. Aber die Frage ist doch, sind wir am Ende der Woche wirklich selbst befriedigt, wenn wir das Wort "Sex" auf unserer To-do-Liste abhaken können?

Wie wichtig ist Sex für die Beziehung?

Für zwei Drittel der Personen, die bei der Umfrage mitgemacht haben, hat Sex einen wichtigen oder sehr hohen Stellenwert in der Beziehung. Das kann einerseits daran liegen, dass der Sex an sich Spaß macht, aber auch, dass er ein Bedürfnis an Nähe oder eine andere Form der Kommunikation erfüllt. Je nach dem, welche Bedeutung Sex für eine Beziehung hat, fühlt es sich auch anders an, ob es ein genug oder ein zu wenig gibt. Das ist nichts, was sich mit einer Durex-Studie oder anderen Paaren vergleichen lässt. 

Das Märchen, dass Frauen sowieso weniger Sex wollen, können wir - auch wenn diese Umfrage nach wissenschaftlichen Kriterien nicht repräsentativ ist - getrost in den Wind schießen, denn die meisten sind mit dem momentanen Zustand des Sexlebens nicht ganz glücklich. Sie reagieren grantig, versuchen mit dem Partner darüber zu sprechen, Zeitfenster zu planen, es trotzdem zu probieren oder einfach zu verdrängen. Aber ganz happy sind sie nicht damit. Es kommt auch durchaus vor, dass der männliche Part der Beziehung nicht will.


Problematisch ist oft einmal, dass die eigene Lust auf Sex nicht mit der Gelegenheit dazu zusammenpasst.


Zitat:

"Sex ist schon wichtig. Ich möchte geliebt werden und lieben können. Es gibt mir Sicherheit. Die Zeiten wo man "darf" sind geringer. Es geht eben nur wenn das Kind schläft. Und da fühlt man sich oft dazu gezwungen."

Der Sex hat sich verändert.

Ja das hat er wohl. Der Sex hat sich für die allermeisten seit der Geburt des ersten Kindes verändert - nur für wenige gar nicht (17%). Die Veränderungen sind dabei ganz unterschiedlich:

  • weniger häufig
  • nicht mehr so spontan
  • schneller (damit nicht irgendwann ein Kind reinplatzt)
  • leiser (damit die Kinder nicht aufwachen)
  • meistens dasselbe Programm, wird nicht mehr so viel ausprobiert im Bett
  • nicht mehr so leidenschaftlich
  • teils mit Schmerzen verbunden, unangenehm
  • sich fallen lassen ist nicht mehr so gut möglich
  • ABER: bei einigen auch intensiver!

Wenn ich mir diese Liste so durchschau, muss ich unweigerlich an diesen Pizza und Sex-Vergleich denken aus dem Sex-to-do-Listen Artikel. Natürlich betrauern wir, dass es nicht mehr so oft Pizza gibt. Aber vor allem wird auch betrauert, dass wenn mal Pizza auf dem Programm steht, wir uns weder das aussuchen können, was uns gefallen würde, dass wir nicht auf spontanen Hunger reagieren können, und dass wir dann auch noch alles - möglichst ohne zu patzen - schnellstmöglich in uns reinstopfen müssen. Von genießen kann da selten eine Rede sein. Außer bei ein paar, bei denen der Sex sich zum Positiven verändert hat und nun viel intensiver ist. Vor denen verneigen sich die andren nun vermutlich ehrfürchtig und denken sich: Wie macht ihr das? 

 

Persönlich erarbeite ich mir grade ein Patent-Rezept dafür - mit dem Buch Soulsex: Die körperliche Liebe neu entdecken von Eva-Maria Zurhorst.

Schmerzen und Unwohlsein.

In meiner Umfrage, habe ich auch die Themen Geburtserlebnis und persönliches Wohlbefinden mit reingepackt. Nur wenige (9%) sehen da einen Zusammenhang mit der Geburt, trotzdem gibt es physische und auch psychische Wunden, die manchmal eines gewissen Heilungsprozesses bedürfen. In meinem Artikel "Von der Hausgeburt zum Kaiserschnitt. Wenn Liebe ohne Herzchen kommt" beschreibe ich unter anderem, wie sich meine nicht erlebte Geburt auch unmittelbar auf mein sexuelles Empfinden (in diesem Fall Schmerzen) ausgewirkt hat.


Auch Eva-Maria Zurhorst widmet in Soulsex ein Kapitel ("Der Schoß gebiert alle Dinge. Von Geburt, Tod und Sex") dem Zusammenhang von Fehlgeburten, Abtreibungen und Schwangerschaften generell mit dem Thema Sex. Egal wie lang manche Erlebnisse schon zurückliegen würden, verdrängte Trauer, Gefühle der Ausweglosigkeit oder des Alleingelassensseins schlummern oft mal eine Weile und tauchen dann wieder auf, wenn wir sie mit dem Erlebten gar nicht mehr in Verbindung bringen.

Fühl ich mich eigentlich mit mir/in mir wohl?

Ich hab gefragt: "Fühlst du dich wohl in deiner Haut" weil Schwangerschaft und Geburt ja oft mal einiges durcheinander bringt. Geantwortet haben...

  • 23% - ja
  • 31% - meistens
  • 25% - unterschiedlich
  • 19 % - nicht so ganz
  • 3% - überhaupt nicht

Außerdem wollte ich wissen, zu welchem Zeitpunkt sich die Mütter wieder wie sie selbst gefühlt haben. Dabei waren die Antworten recht unterschiedlich - manche gleich nach der Geburt, manche nach 3 - 5 Monaten nach der Geburt oder nach dem Abstillen, manche erst nach einem Jahr, manche erst durch die Berufstätigkeit, manche noch immer nicht und für viele ist das vor allem abhängig vom eigenen Gewicht. Solange die Figur nicht wieder die alte ist, fühlen sich viele nicht wohl in ihrer Haut. Dabei stellt sich mir automatisch die Frage, ob nicht genau das ebenfalls Auswirkungen auf den elterlichen Sex hat.


Zitate:

"Grundsätzlich zufrieden war ich sehr kurz nach der Geburt aufgrund des tollen Geburtserlebnisses, ich habe mich gut gefühlt. Erst später kamen dann wieder Selbstzweifel weil die Kilos nach der 2. Schwangerschaft nun nicht so leicht purzeln wollen und ich leider immer noch ein paar Kilo zu viel mit mir herumschleppe.
Leider fehlt es mir aber auch oft an Energie um noch raus zugehen um zu laufen etc."


"Glücklich war ich nach der schönen Geburt und so richtig zufrieden, als ich heuer abgenommen habe."


"Ich habe wenig Energie übrig und daher wenig Lust. Außerdem ist weniger Nähe da. Fühle mich auch nicht besonders sexy. Mag lieber schlaaaaafen."

Die Top 5 Gründe, wieso es keinen Sex gibt:

(Mehrfach-Antworten waren möglich)

  1. zu müde - 87 %
  2. keine Zeit - 51%
  3. habe den Kopf voll tausend Dinge - 37%
  4. wenig bis keine Libido - 28 %
  5. körperliches Unwohlsein, Schmerzen  - 26%

Zwischen 17 % und 20 % erhielten auch die Gründe: Beziehungsprobleme, Kind schläft nicht/nächtliches Stillen, Kind schläft daneben, persönliches Wohlbefinden passt nicht. Bei 11 % ist das Bedürfnis nach Nähe schon durchs Stillen gestillt und - was damit auch sicher oft einher geht - ebenfalls bei 11 % ein trockenes Scheidenmillieu als Grund. Andere geben "sonstige" Gründe an oder, dass der Partner sonst glaubt, es passt eh alles (und deshalb lässt sich eine gar nicht erst darauf ein), sowie ungeklärte Verhütungsfragen. Trotzdem ist eine nie mit ihren Gründen alleine, es gibt immer mehrere, die dasselbe angekreuzt haben (auch wenn es mal weniger sind).

Was tun?

Christine Finke von Mama arbeitet hat kürzlich die 7 Todsünden auf Eltern-Art zusammengefasst. Unter dem Punkt Wollust schreibt sie:


"Ausschlafen. Ein Orgasmus ist unattraktiv verglichen mit der Wonne des Schlafens. 9 Stunden, 10 Stunden, 12 Stunden. "


Tja, dem ist wohl nichts hinzuzufügen ;-) Eltern sind müde. Mütter sind vor allem auch müde, weil sie meist die Hauptlast des Haushalts tragen und selbst wenn sie eine Reinigungskraft einstellen, die ihnen unter die Arme greift, bleibt die Organisation des Alltags trotzdem noch an ihnen hängen. Da gibt es tausend kleine Dinge die miteinander koordiniert und abgestimmt werden müssen. (Im Artikel über die Erfindung der Hausfrau hab ich schon mal darauf hingewiesen.)


Mindestens drei Menschen mit Bedürfnissen, plus Schulen, Kinderbetreuung, Arbeitsstellen, gesellschaftliche/familiäre Ereignisse, Krankheitsfälle und was weiß der Kuckuck alles sollen miteinander vereinbart werden. Das steht aber nirgends, dass das auch jemand machen muss/macht. Das ist es, was bei immerhin 37 %, die bei der Umfrage mitgemacht haben ständig noch im Kopf surrt und 51% sind noch beim Abarbeiten dieser niemals endenden Liste.


Zeit ist ein kostbares Gut. Es fragt sich, ob ein Paar die Zeit für eine schnell herunter geschlungene Pizza, die nicht mal den Lieblingsbelag drauf hat (hier geht's nicht wirklich um Pizza, sondern um die Pizza-Sex-Metapher) und das Potenzial der Enttäuschung in sich birgt, wirklich opfern soll, oder nicht lieber auf Nummer sicher gehen und kuscheln oder sich mal Zeit für ein Gespräch jenseits von Babybrei und Kinderkacke nehmen sollte. 

Oder hat der Sex einen derart wichtigen Stellenwert in der Beziehung, dass damit vieles steht und fällt? Dann sollte mensch sich vielleicht wirklich mal die Zeit dafür bewusst nehmen und die Weihnachtskekse dieses Jahr kaufen statt backen. 

Fragen, die wir uns stellen sollten:

Im Endeffekt geht es darum, dass wir uns ein paar grundlegende Fragen als Elternpaare stellen, ohne dauernd darauf zu schielen, wie oft beim Nachbarn der Bettpfosten gegen die Wand knallt:

 

Sind wir mit unserem Sexleben zufrieden?

Dann sollten wir vielleicht nicht dran herummäkeln. 

 

Wie wichtig ist uns Sex für unsere Beziehung?

Wenn Sex sehr wichtig ist, dann müssen wir uns wohl Zeit dafür schaffen - wenn es daran liegt - und einmal ausmisten, was an Tätigkeiten/"Verpflichtungen" dafür weggelassen werden könnte. Wenn es nicht an der Zeit liegt, sondern an anderen Faktoren, ist auch die Frage da: Was können wir weglassen oder ändern? (zB in punkto Schlaf - abwechselnd ausschlafen am Wochenende?) oder wie können wir daran arbeiten (zB in punkto Schmerzen, fehlende Libido oder fehlende Leidenschaft). 

 

Welche Erwartung haben wir an unser Sexleben?

Woran oder an wem orientieren wir uns? An Zeitschriften, die uns sagen, was wir noch alles tun müssten und an Erfahrungen haben sollten? An Bekannten, bei denen das alles kein Problem ist? An unsere Beziehungen vor dem Kind? An unserem Single-Leben? Was wünschen wir uns für unser Sexleben unbedingt? Was ist das dringlichste, das sich ändern soll?

Wäre öfter schon besser, auch wenn öfter trotzdem leiser und schneller ist als früher?

Wäre gleich "selten" ok, wenn es dafür leidenschaftlicher und intensiver zur Sache geht? Wo liegen unsere Prioritäten?

 

Zitat:

 "Auf gewisse Art ist es entspannter geworden. Ich bin schon froh wenn wir abends mal Zeit für uns haben und dann noch beide zu mehr Lust haben, als uns Eis oder Chips zu teilen, was ich übrigens schon auch ganz gut finde. Da sind die Erwartungen vielleicht nicht mehr so hoch, weil's schon spektakulär genug ist, sich mal wieder wie zwei gesunde Erwachsene aufzuführen :-)"

 

Noch bin ich keine Expertin auf diesem Gebiet (aber auf dem Weg dorthin ;-) ), aber wenn für alle Parteien die Karten auf dem Tisch liegen und gemeinsam dem alten Sex nachgetrauert wird, dann sitzen zwei schon immerhin im selben Boot. Rudern solltet wir halt noch.

 

Wenn eine Person allerdings das Gefühl hat, sie müsste ständig die Erwartungen des anderen und ihr "Soll" erfüllen, dann ist eine grundsätzliche Unterhaltung einmal fällig. Pizza (Sex) sollte es nur geben, wenn eine/r auch wirklich Hunger hat oder zumindest mal ein Stück kosten möchte. Aus Höflichkeit Stück für Stück reinstopfen, begünstigt schon während dem Essen das Gefühl des Ekels und hinterher kotzen zu müssen. Niemand mag gern zum Aufessen gezwungen werden. Egal ob das als Befehl ausgesprochen ist, ob es sich um eine Erwartung handelt, weil es sich "halt so gehört". 

 

Ganz egal wie oft wir nun als Eltern Sex haben, an unsere Pubertät werden wir wohl nie anknüpfen können. Aber es gibt auch Gründe, warum Menschen in dieser Sturm und Drang Zeit nicht immer die besten Entscheidungen treffen, schließlich sind die Sinne ständig vernebelt und mensch möchte einfach ständig in dieses Kribbeln und Knistern eintauchen. 

 

Sex wie Pizza denken

Als Erwachsene und besonders als Eltern müssen wir Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen - aber wir blicken auch auf einen Erfahrungsschatz zurück. Einen Erfahrungsschatz an Beziehungs- und Sexleben. Machen wir uns diesen doch zunutze und bauen uns kleine geheime Zeitlöcher in die wir mit unseren Liebsten hin und wieder und immer wieder fallen lassen und uns leidenschaftlich lieben - ganz nach Erich Frieds "festen Vorsatz":

"Denn wir wollen uns
nicht nur herzen
sondern auch munden
und hauten und haaren
und armen und brüsten und bauchen
und geschlechten
und wieder handen und fußen"

Viel Spaß dabei!



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