Mein (un)spektakuläres Beziehungsleben...

Grundsätzlich plaudere ich hier ja weniger über mein Familien- und Beziehungsleben als andere BloggerInnen. Manchmal ist dann etwas doch so aufregend, haarsträubend oder auch so lustig (vielleicht finde auch nur ich Nachfolgendes witzig), dass ich es doch nicht für mich behalten kann...


Beziehungsleben

Treue Newsletter-LeserInnen wissen bereits: Es gibt eine Beziehungschallenge im Hause Krachbumm. Grund ist die exzessive Vernachlässigung dieser Beziehung - das Kind ist ja nun immerhin schon zweieinhalb Jahre alt - Zeit zu zweit können wir an einer Hand abzählen. Ihr kennt das ja vermutlich. Obwohl letzte Woche ist es passiert, HA: Wir hatten eine ganze halbe Stunde!!! nur für uns sturmfreie Bude!

Danke, für die freundlichen Hinweise auf Babysitter im Hintergrund. Wir haben hier leider keinen Esel der Gold kackt. Alle anderen Möglichkeiten werden schon ausgeschöpft, im Zeitalter der neuen (Beziehungs)medien aber immer stärker durch tinder torpediert. Sämtliche BabysitterInnen sind dem Datingwahn verfallen und sehen es nun nicht mehr als höchstes Gut an, Zeit mit unserem Kind zu verbringen. Nein, sie hätten lieber Sex, anderen Erwachsenenspaß oder arbeiten auf die Gründung einer eigenen Familie hin (damit sich das Babysitter-tinder-Dilemma dann irgendwann wiederholt). Das natürlich alles noch dazu am Wochenende.

 

Abgesehen davon schreibe ich ja auch noch hier am Blog. Das mache ich natürlich in meiner Beziehungszeit... der Soulsex-Artikel ist nun auch schon ein Weilchen her...

 

Nun denn, wir haben uns wieder besonnen, uns seit längerem wieder mal Weihnachtsgeschenke zukommen lassen und sind nicht der Falle der Überraschung verfallen, sondern haben uns großzügige Listen geschrieben fürs Christkind sozusagen. Schritt 1 in Richtung glückliches Beziehungsleben: Sag einfach deutlich, was du haben willst.

Schritt 2: Was gemeinsam machen

Der Mensch an meiner Seite und ich haben viele gemeinsame Hobbies. Die machen wir aber selten gemeinsam. Außerdem reden wir ständig nur über die Arbeit oder übers Kind. Also haben wir ganz viel Zeugs auf kleine Zettel geschrieben und ziehen nun jede Woche eine Aufgabe.

 

Woche 1:

Als erstes mussten wir ein Lied gemeinsam einstudieren. Sollte leicht sein - ich singe, er auch, und er spielt auch noch wunderbar Gitarre. Das Problem ist nur der kleine J., der zwar wunderbar gerne mit uns singt, aber die Gitarre für sich beansprucht. Schläft er, wecken wir ihn auf, weils zu laut ist. Babysitter? Ja sicher, sind ja super spontan und kommen 5x die Woche gratis... Egal. 1 Strophe plus Refrain haben wir geschafft einzustudieren. "I see fire" von Ed Sheeran im Übrigen.

 

Gut. 

 

Woche 2: Etwas gemeinsam in der Wohnung umgestalten

Wir haben da so einen Tick mit Ausmisten und Umräumen. Hat spätestens mit dem Nestbautrieb bei J. eingesetzt und hält noch an. Irgendwie kam es trotzdem nicht dazu, aber ein Washi-Tape-Fernseher prangt nun im Esszimmer. Wir sind uns noch nicht ganz sicher damit.

 

 

Woche 3: Ins Kino!! Yippieh! Kostenlose Babysitterin! Jackpot!

 

Kind muss am geplanten Tag mit über 38 Grad Fieber von der Krippe abgeholt werden. Gut. Dann nicht.

 


 

Wir ziehen ein Ersatzprogramm und verschieben das Kino. Wir ziehen:

"Gemeinsam Tischdekoration basteln"

WTF? Wessen Idee war das denn? Aber ok, challenge accepted, ich bin ja eine alte Basteltante. A. spielt ebenfalls gern den McGyver. Allerdings sind seine Lieblingsmaterialien Ductape und die Klammermaschine. So erinnere ich mich an den liebevoll gestalteten Adventkalender aus Karton und Klammern, den anderen aus bunten Notizzetteln und Klammern, dessen einzelne Türchen einfach mit Klebestreifen auf der Schlafzimmertür befestigt wurden. Was die Dinge sind, die er da aus Ductape bastelt, frage ich lieber nicht. Sie sind mir jedenfalls suspekt. Insofern war die Erwartung etwas zu finden, das wir beide ästhetisch finden etwas gering.

 

Ich bat A. jedenfalls etwas in die gemeinsame pinterest-Gruppe (jawohl, wir haben eine gemeinsame Gruppe) zu posten, was ihm den gefalle (damit ich dann mein vernichtendes Urteil dazu aussprechen kann...). Allerdings überraschte er mich mit einer lieblich romantischen Herzchen-Marmeladeglas-Teelicht-Deko, zu der wir sogar alle notwendigen Utensilien zu Hause hatten. Noch einfacher schien die Verziehrung der Mini-Teelicht-Plastikschalen mit Washi-Tape. Von denen hatten wir aber nur eine zu Hause und das wäre dann doch irgendwie erbärmlich gewesen für ein Paarunternehmen. (Für die Tischuntersetzer fehlte uns das nötige Material).

 

Beweisfoto
Beweisfoto

Also versuchte sich A. an dem Teelichtdings mit den Marmeladegläsern, für das Zeitungspapier o.Ä. brauchte und ein Herzchen reinschneiden musste. Oben dann noch ein Bindfaden drauf. 

Ich versuchte mein Glück mit einem anderen Glasbehälter und Washi-Tape (ja, es gibt hier leichte Suchtendenzen in diese Richtung), scheiterte aber kläglich an der Krümmung des Glases. Dann versuchte ich die Erdbeere auf dem Weck-Glas mit Washi-Tape zu überkleben, erntete dafür aber nur eine hochgezogene Augenbraue.

A. wollte sich indes besonders hervortun und schnitt statt dem Herzchen das Wort "light" auf einem viel zu kurzen Papierstreifen aus. Als er es endlich geschafft hatte, diesen zu stückeln, sah das Ergebnis ähnlich beschissen aus wie meines. Abgesehen davon standen auf seinem Papierstreifen die Worte "Kreditzahlung" und " Schwachsinn"präsent zu lesen. Auf der Rückseite war das Fernsehprogramm abgedruckt. Dabei hatte ich ihm extra die Seite mit dem Interview über die neue Romeo und Julia-Aufführung hingelegt...

 

Schließlich einigten wir uns auf die dodlsichere pinterest-Vorlage und gingen kein Risiko mehr ein. A. umklebte seine zwei Gläschen, von denen mensch beim einen auch noch schön die Bleistiftvorlage sieht. Beim zweiten löste er das schon besser, dafür wurde eine Herzhälfte dicker. O-Ton: "Beim Menschen ist auch eine Seite vom Herz größer. - Und was ist dein Beitrag eigentlich?"

 

Tja, mein Beitrag war das Anbringen des Bindfadens und dessen Schleife, sowie das Umkleben eines Teelichts mit Washi-Tape. :) Alles andere wurde dem ästhetischen Urteil von A. nicht gerecht.

 

Benötigte Zeit: 2 Stunden.

 

 

Natürlich war das jetzt nicht so spektakulär, aber wir hatten es doch sehr lustig :-) Dem Kind gefällt unsere Deko auch. Na bitte: Schöner Wohnen.

Wenn das nicht super ist, weiß ich auch nicht :P
Wenn das nicht super ist, weiß ich auch nicht :P

Gestalten wir dann doch noch die Wohnung um

Beflügelt von so viel Kreativität, beschlossen wir dann doch noch unsere Wohnung ein klein wenig um zu gestalten. Das Wohnzimmer befindet sich ohnehin schon länger im Testlauf für eine kleinere Couch (ein Teil steht unmotiviert aufgestellt vor der Abstellkammer rum). Am Sonntag musste nun unsere dreiteilige Wohnzimmerwand dran glauben, in der ohnehin nur "Graffl" (sprich: Plunder) herumlungert. Die ungeliebte Vitrine wurde ausgeräumt, der Inhalt kam in die Küche oder wurde weggeschmissen - allen voran Souvenirs aus aller Welt...frei nach dem Motto "It didn't give me joy" (Mein Lieblingssatz aus der zweiten Staffel Transparent, wenn es ums ausmisten geht).

 

Überhaupt verliefen viele Unterhaltungen an dem Wochenende so:

 

"Kann ich das wegschmeißen?"

"Did it give you joy?"

"Ach, weg damit!"

 

Die Vitrine steht nun auf dem Balkon. Menschen aus Graz dürfen sie gerne kostenfrei abholen. Das zweiteilige Kastl unterhalb mit jeweils zwei wahnsinnig tiefen Schubladen (47 cm!) wurde aufgeteilt - eines steht nun im Schlafzimmer und vergrößert unser Bett, das andere ist ins Kinderzimmer gewandert. Dafür wanderte das Expedit aus dem Kinderzimmer ins Wohnzimmer, und das Malm-irgendwas für den Kopfteil des Malm-Bettes mit den Schubladen wurde vom seitlichen Raumteiler nun zur Ablage hinterm Bett und ein Schubladendings wanderte in den Kleiderkasten hinein. Et voila: Wir haben nun 2 Räume, die viel größer wirken und können uns kaum satt sehen (plus den Keller voller Ramsch, den Balkon voller Ex-Möbel).

 

Wir können unser neu gewonnenes Wohnungsglück kaum fassen und haben eh noch ein paar Dinge vor, aber das Motto bleibt kontinuierlich: Ausmisten, ausmisten, ausmisten!

Und diese Woche?

Kino wird eher schwierig, weil A. so lange in der Ausbildung ist diese Woche. Also wird es nochmal verschoben. (In der vorigen Woche hätten wir uns übrigens einen japanischen Film mit Untertitel angesehen...- mensch gönnt sich ja sonst keine Herausforderungen.)

 

Für diese Woche haben wir also neu gezogen und auf dem Zettel steht: 

 

Sich gegenseitig etwas beibringen: Nähen vs. Netzwerk einrichten.

 

Es bleibt also spannend und unterhaltsam :-)

 

 

 

 

Ach ja, zwei DIY-Artikel möchte ich euch als Inspiration für eure Vorhaben ans Herz legen:

:)


Und, was macht ihr so zur Beziehungspflege?


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