1 Jahr KrachBumm!

Heute ist der Tag. Vor einem Jahr habe ich meine Facebook-Seite für Krachbumm erstellt und begonnen meine Artikel zu bewerben. Irgendwie irre. In diesem Jahr ist so viel passiert. Und obwohl ich mir immer alles mögliche vorstelle und daran glaube, bin ich trotzdem überrascht, was sich getan hat. 


© pabuku.com
© pabuku.com

Zeit für eine kleine Rückschau...

Über's Eingemachte schreiben, über Themen, über die sich sonst niemand drüber traut, oder zumindest nicht so: Das war mein Vorhaben. Die Domain hatte ich schon viel viel länger. Die Ideen und Vorhaben trug ich ewig mit mir rum und hätte mich nicht die fabelhafte Connie von aufzehenspitzen gefragt, ob ich nicht von Anfang an bei umstandslos.com dabei sein will, hätte ich mich vermutlich auch nicht so schnell drüber getraut. Genau so hat es angefangen.

 

Und dann kam der Herbst und die Planung und der Wunsch gleich mehrmals die Woche zu Bloggen...und die Eingewöhnung in die Krippe. Und die Arbeit, und die Ausbildung des Partners und...ihr könnt es euch vorstellen. Den großartigen Müttern und dem einen Vater, die mir bereitwillig Auskunft über ihr Sexleben gaben, versprach ich als Dankeschön ein ebook, das mittlerweile alle Newsletter-AbonentInnen zugeschickt bekommen. Damals dachte ich: Bis Ende September geht sich das locker aus. Oder Oktober. Oder Dezember. Oder Februar, sagen wir Februar.


Das Leben mit Kind und Beruf gestaltete sich dann doch ein wenig anders als gedacht, aber ans Aufgeben war trotzdem nicht zu denken. Denn es passierten immer wieder wundersame Dinge. 

Wie alles begann... und was daraus wurde...

Ich hatte ja so eine Idee, ein bisschen Lifestyle-Themen zu schreiben, ein paar facts-Serien zu machen, ein bisschen über Sex und so weiter. Dabei sind unter anderem diese ersten Bloposts entstanden:

© Katja Grach - Warum Mädchen Hexenzauber dringender brauchen
© an:dro:id - Erfindung der Hausfrau
© an:dro:id - Sexpsielzeug
© collage von Katja Grach - jugendgerechter Porno

Am liebsten hätte ich an allen Enden ausführlichst weitergeschrieben. Ging aber nicht, weil eben sich teilen geht nur schwer. Mein Wunsch im Hintergrund war aber von Anfang an, auch "live" Menschen zu erreichen und mit Ihnen über Buben- und Mädchensachen zu diskutieren, aber auch zum Thema Trauma zu schreiben, mich weiterzubilden und es unters Volk zu bringen. Also schrieb ich mal eine Reihe von NGOs im letzten Herbst an, von denen ich mir vorstellen konnte, dass sie etwas mit meinen Themen anfangen könnten. Gleichzeitig verbrachte ich absolut spannende und erhellende Stunden auf Tagungen zu traumatisierten Eltern und Kindern, machte Weiterbildungen als Sexualpädagogin und tauchte immer weiter ein in die Blogmaterie bis ich den Beschluss fasste: Ich brauche mehr Zeit für Krachbumm und meine Familie. 

 

Jahrelang war ich gependelt und konnte mich nur schwer von meinem sehr flexiblen und tollen Job trennen. Doch der Entschluss stand fest, krachbumm.com auf professionellere Beine zu stellen, mir dafür Zeit zu nehmen und mir einen neuen Job in meiner Stadt zu suchen. Gesagt getan. Ich reduzierte auf ein Minimum an Arbeitsstunden für 2 Monate und vertraute darauf, im März schon einen passenden Job in meiner Stadt zu finden... (Klappte auch.)

 

Dank Regina Anaejionu, von der ich schon sooo unglaublich viel gelernt hab', konnte ich mit der 3-day-create-challenge mein ebook echt im Nullkommanix erstellen (ok, die Überarbeitung hat dann schon gedauert), aber ein bisschen Weihnachtsferien gingen sich dann sogar noch aus ;-)

 

Und dann trudelten die Aufträge rein und ich hatte allerhand damit zu tun, Workshops und Vorträge zu Blogging, Aufklärung und Gewaltprävention vorzubereiten und neue Netzwerke zu knüpfen. Gleichzeitig kam auch der Gedanke GastautorInnen mal zu Wort kommen zu lassen, die mir erstens einiges an Arbeit abnehmen und auch, weil ich von Frau Mutter, dem Kaiserinnenreich und
M-i-MA so wunderbare Gelegenheiten bekommen habe, mich vorzustellen und fremde Blogluft zu schnuppern. Dann landete ich auch noch auf der Huffington Post und ein paar meiner Artikel wurden im Printformat abgedruckt. Eine lokale Zeitung nannte mich "Grazer Sex-Mutti" und mittlerweile kennt frau mich in meiner Stadt. Nicht jede, aber ich bin doch immer wieder überrascht von denen um die 30, Mütter und so. Das ist ein bisschen creepy. Langsam hab ich das Gefühl, ich müsste dann vielleicht auch offline besonders cool sein, oder was Gescheites sagen. Ach, ich weiß auch nicht. Zumindest gibt es ja jetzt Videos, die ich nachts in Unterhosen aufnehme, um mir das Flair des Unkonventionellen zu erhalten. 

 

Es hat sich irre viel getan. So viel, dass ich mich gar nicht um Workshops im Herbst kümmern muss, sondern Angebote ausschlagen kann. So viel, dass ich gespannt bin auf das Jahr 2016, weil sich auch da auf sexualpädagogischer Ebene noch irre viel tun wird und es könnte sein, dass ich ein Buch schreib. So mit Verlag und so. Ich schmeiß' das jetzt mal in die Runde, damit es dann wahr wird. Auch so ne Taktik von mir. 

 

Und ich habe sooo tolle Menschen kennengelernt, von denen ihr noch viel lesen werdet in nächster Zeit - über Sex, Elternschaft und Trauma und für die Unterhaltung dazuwischen sorg ich schon auch noch. Und denen möchte ich jetzt mal danken. Per Post.

Weil ich ja Post liebe, bekommen an die 70 von euch in diesen Tagen Briefchen von mir.

Ich liebe Post. Als Kind hatte ich zu meiner Bestzeit 30 Brieffreundinnen. Als ich von der Weltreise heimkam meldete ich mich bei postcrossing an. Jetzt wo ich nicht mehr so viel auf Achse bin, schreiben mir ganz liebe Menschen immer noch vom zigsten Inselbesuch auf La Reunion (Hallo, Arthur!), ihrem x-ten Aufenthalt am Toten Meer (Hallo, Elisabeth!) und ihrem ich weiß nicht wie vielsten Wochenendtrip aus einem wunderbaren Ort Europas eine Postkarte (Hallo, Ulrike!). Und ganz Besondere schreiben mir auch per Hand Briefe, die ich dann nie schaffen zu beantworten (<3 Minnie!). Aber jetzt, jetzt schreib ich endlich wieder mal. Mit der Hand. Ich entschuldige mich schon vorab für das Schriftbild. (Falls ihr es nicht lesen könnt: Es steht nur Gutes drin!)

Ich schreibe nun all jenen, denen ich für ihre Unterstützung danken möchte, weil sie krachbumm Stück für Stück größer und bekannter gemacht haben.


Und weil mir ohnehin ein Blogroll fehlt und viele eben auch der bloggenden Zunft angehören, verewige ich ein paar hier auch mal online und spreche gleich eine unbedingte Klickempfehlung aus!!!

Und außerdem ganz fest drücken möchte ich meine wunderbare Fotografin und Freundin, die ich erst durchs Netz kennengelernt habe Anna Lisa Chang, ebenfalls Mareice Kaiser, die ich unbedingt mal besuchen muss in Berlin, Thomas Hahn von my.size - Kondomen und Gabriele Rothuber für ihre schmeichelnden Worte per Mail, Liz von KiddotheKid, die immer als erste kommentiert ;-) Saskia von Essential Unfairness für unsere digitalen Unterhaltungen und die Denkanstöße, die du mir immer wieder gibst. Und Sabrina Iovino für die unkomplizierten technischen Ratschläge, wann immer ich etwas wissen will, obwohl du ja schon 'ne richtig große Nummer bist.

Aber das ist nicht irgendeine Post, die ich da verschicke...

Diese absolut grandiosen Grußkarten habe ich von pabuku. Ute Baurecker und Ulla Klopf die das sogenannte "Atelier für Wollflügel und Papierwünsche" betreiben, leben und arbeiten in derselben Stadt wie ich - nämlich Graz. Ihre Karten gibt es aber in ausgewählten Läden in Österreich, Deutschland und teils auch online. Ute war bei mir im Frühjahr im Blogging-Workshop und erzählte mir von den queeren Grußkarten, die bald gedruckt werden sollten. Als ich sie dann endlich alle auf facebook bestaunen konnte war ich platt und wusste: Die brauch ich unbedingt für meine lieben UnterstützerInnen!

Das besondere an den Karten ist (soweit ich das verstanden habe), dass sie das Internet nach Motiven durchforsten die lizenzfrei sind und aus ihnen was Neues basteln und dann sogar noch per Hand drucken. Wer in den facebook-Alben stöbert kann da quasi beim Entstehen der Grußkarten zusehen. Ute war letztes Jahr außerdem mit dem Klapprad in D und Ö unterwegs und hat  die kleinen Lädchen abgeklappert, in denen es pabuku-Karten gibt. Ich bin immer wieder begeistert von ihrer unkonventionellen Art, den neuen Ideen (Zeitlöcher zum Verschenken) - und auch den alten, die ich aufstöbere (wie zB die Hairy-Tischkarten für Kinder). Also: Go for pabuku!

Und dann gibt es da noch eine Frau an meiner Seite...

Ich muss etwas gestehen. Es gibt da jemanden in meinem Leben - seit kurzem. Was heißt seit kurzem? Auf einer Tagung, auf der ich über böse Mädchen diskutierte, habe ich sie kennen gelernt und in mein Herz geschlossen. So sehr, dass ich beim Gedanken an eine Assistentin sofort an sie denken musste. Und so hat sie mich nicht nur tatkräftig bei den Vorbereitungen für das 1-jährige Jubiläum unterstützt, sondern wird auch in Zukunft ein bisschen mit euch über Sex plaudern und so. Aber vorher zeigt sie euch diese Woche noch, wie mensch Muffins für besondere Anlässe etwas anzüglich (oder auszüglich) dekorieren könnte ;-)

© Katja Grach
Fotoshooting im Esszimmer kurz vorm Muffins verzieren.

Und ein Geschenk für euch!

inkl. individuell großer Schreibkästchen ;-)

Und sowas macht die Iris zum Beispiel:

© Katja Grach - Muffins
© Katja Grach - Nackt unter Fremden
© Iris Forstenlechner,  Sexworkshop



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Das interessiert mich besonders:

Noch so ein Schwank aus meinem Leben...

Wie Blogs mein Leben verändern
© Katja Grach - Wie viele Leben in ein einziges passen