22 Tipps, um dem Alltagstrott zu entfliehen

 

Irgendwann zwischen all den Entwicklungsphasen und Eingewöhnungsphasen von Kindern, Jobwechseln, PartnerInnenwechseln und was auch immer ist wieder Alltag. Das kann schön sein, manchmal oder oft auch öde. Was tun? Auf die Schnelle hätt ich ein paar Tipps parat.

1. Spiel Robinson Crusoe und lerne etwas Neues

Pflanze Gemüse auf deinem Balkon - irgendetwas wird schon jetztz auch noch wachsen -, näh einen Polsterbezug selbst, melde dich für irgendeinen Sprachkurs an, von dem du keine Ahnung hast, ob du das Erlernte jemals brauchen wirst, backe dein Brot selbst, stell Salben oder Deo her, koch Marmelade ein, hacke Holz, mach dein Pesto selbst, bastle Sexspielzeug aus Fahrradteilen…was auch immer. Trotze der Bequemlichkeit des Kaufhauses und probier’ etwas aus, von dem du bislang dachtest, das kriegst du nie hin. Und egal, ob es ein Fiasko wird oder nicht: Dabeisein ist alles.

2. Mach dir eine Herzliste

Jahresvorsätze sind ja gut und schön, aber meistens setzt sie keine/r von uns um, weil sie meist unlustig sind...zum Rauchen aufhören, mehr Sport machen, weniger Alkohol trinken. Das klingt ja rationell nachvollziehbar, aber nicht gerade nach Spaß. Viel schöner ist eine Herzliste. Ninia la Grande hat mich dieses Jahr auf die Idee gebracht, meine Herzensdinge aufzuschreiben und umzusetzen.

 

Darauf standen Dinge wie: mehr Lesen (done), Diagonale (done), Waschmittel herstellen , Mayo selber machen (steht noch aus), Pesto machen (Spinat, Basilikum, Rucola...sehr lecker wars), Tanzkurs (sogar 2!), alte Klamotten upcyclen (done), mehr Spiele spielen (steht noch aus), Kinderkleidung nähen (done), krachbumm.com (na bitte).

3. Stell deine Möbel um oder mach sie anders

Plötzlich ist das Zimmer größer, du hast andre Dinge im Blick, du fühlst dich, als würdest du noch mal neu einziehen. Lass die Einbauschränke wo sie sind, aber probiers mal mit Couch, Schreibtisch, Bett und Kleinmöbeln. Eine neue Ausrichtung bringt neue Perspektiven. Ehrlich, das ist psychologisch erwiesen.


Außerdem spricht nichts dagegen Möbel aufzupimpen mit den fabelhaften IKEA-Hacks, oder mal zweckentfremdet zu verwenden.

4. Unternimm eine Tageswanderung ab deiner Haustür

…und lass dich treiben. Du wirst Kleinode und skurrile Dinge finden, ganz egal ob du in der Stadt oder am Land wohnst. Du kannst auch das Internet durchforsten und nachschauen, ob es nicht sogar einen Wanderweg in deiner nächsten Umgebung gibt. Gehe auf jeden Fall einmal Wege, die du noch nie gegangen bist. Und auch wenn du mitten in der Stadt wohnst, ganz egal - dann geh auf Graffiti-Jagd oder halte Ausschau nach seltsamen Straßennamen und forsche nach, wer dahinter steckt. Entdecke deine Umgebung mal mit den Augen von TouristInnen.

5. Trotze deinen Fernsehgewohnheiten

Montags läuft Grey's Anatomy und Dienstags Big Bang Theory? (Mensch verzeihe mir die Unkenntniss, aber ich besitze keinen Fernseher). - Hör auf deinen Alltag nach dem Fernsehprogramm auszurichten. Montags dies, dienstags das und am Donnerstag kann ich auch nicht, weil da läuft auch noch was.


Wann hast du eigentlich begonnen dein Sozialleben durch Serien bestimmen zu lassen? Räum das Ding komplett weg oder fang an deine Lieblingsserie mal im Originalton an zu sehen. Oder leih dir statt Blockbustern mal europäische Filme aus, die auf Festivals gelaufen sind und finde heraus was das Typische an französischen, spanischen, skandinavischen oder österreichischen Filmen ist. Oder such dir mal einen Sender, den du bislang komplett ignoriert hat und lass ich vom Programm überraschen. Aber die krasseste Veränderung für die meisten wäre sicher mal ein Fernseh-freier Tag oder ne Woche.


Was machst du dann mit der gewonnenen Zeit?

6. Iss mal was anderes

Alle haben wir unsere Lieblinge. Wie oft probieren wir neue Lebensmittel aus? Und damit meine ich nicht eine neue Sorte Chips, sondern Getreide oder Gemüsesorten. Oder kaufe einfach mal wo anders ein. Nutz den Bauernmarkt oder den Bioladen, falls du dort noch niemals warst. Finde heraus, was mensch aus roten Linsen, Bulgur, Amaranth, Kichererbsen, Avocado, Quinoa, Süßkartoffel usw. alles kochen kann oder probier einfach mal Joghurt und Fleisch vom Bauern. Suche im Internet nach spannenden Rezepten für Fenchel, rote Beete, Kohl und all das andere Gemüse, dass du gerne mal liegen lässt. Finde heraus wie lecker diese Nahrungsmittel sein können.

Aber auch als überzeugte/r FleischesserIn kann mensch ja mal ausprobieren, wie Ziege schmeckt, welches Gemüse am besten dazu passt und wie dieses oder jenes zubereitet wird.

7. Verzichte auf ein Wörterbuch

Wenn du das nächste Mal im Ausland bist, leg dein Smartphone weg, nimm die nicht-deutsche Karte und bestelle einfach irgendwas. Lass dich überraschen. Überhaupt: Rede mit Händen und Füßen, kommuniziere mit Menschen direkt, ohne mit dem kleinen digitalen Werkzeug alles unter Kontrolle zu halten. Gut fürs Hirn, gut für die Motorik.

8. Verkleide dich, wenn gerade keine Mottoparty ist

…und geh dann abends weg. Versuch dabei aber nicht besonders blöd oder gut auszusehen und erkläre dich auch nicht dafür. Du wirst sicherlich viele interessante Begegnungen und Bekanntschaften machen.


...und spiele mit deinen Kindern. Die verkleiden sich auch nicht nur an Fasching gerne. Wieso nicht mal das Haus in eine Hexenküche verwandeln und statt Spaghetti mit Pasta asciutta "Würmer mit Gehirn" essen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

9. Mach eine Sozialstudie

Manchmal sind es Familienfeiern, manchmal Elternabende, manchmal ist es einfach nur das pralle Leben – und wir fühlen uns trotzdem wie im falschen Film. Manchmal wirst du versetzt, der Bus fährt dir vor der Nase weg oder du hast einfach so grad viel Zeit zum Vertrödeln gewonnen und kein Buch dabei.

 

Ganz egal. Nutze die Gelegenheit und spiele ein bisschen EthnologIn. Damit lassen sich sowohl unliebsame Veranstaltungen ertragen, als auch neue Perspektiven gewinnen. Setz dich auf eine Parkbank und stell dir vor, du machst eine Sozialstudie. Was siehst du, was fällt dir auf?

Denk einfach an den Filmtitel „Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ und verwandle eine dir unangenehme Zeit, oder eine in der du nix mit dir anzufangen weißt, in ein Labor für deine ganz eigene Sozialstudie. Viel Spaß!

10. Geh nachts im Wald spazieren

Ein bisschen Thrill, ein bisschen Suspence. Aber eigentlich harmlos. Trotzdem. Wer von uns, weiß denn eigentlich, wie es in der Nacht im Wald ist? Hört mensch da irgendwelche Tiere? Wie schnell gewöhnen sich deine Augen an die Dunkelheit? Wie fühlt es sich an?

Mit Kindern lässt sich das Ganze zu einer Abenteuerwanderung machen und darüber diskutieren, welche Tiere nachts aktiv sind und wo Tiere eigentlich schlafen. Mit Stirnlampen ausgerüstet oder zu Vollmond einfach ohne. Was entdeckt ihr? Was schaut unheimlich aus?

Allerdings schlage ich einen Wald vor, von dem ihr wisst, dass ihr nicht gleich über eine Wildscheinfamilie stolpern werdet.

11. Steh ganz früh auf für Urlaubsfeeling

Hör ich da ein „sicher nicht!“? Sonnenuntergänge sind auch ganz nett, aber viel zu schnell vorbei – und mit Strand und mehr sowieso besser. ABER vor Sonnenaufgang auf der Straße sein, ist wie Urlaub fahren als du noch ganz klein warst und dich deine Eltern im Halbschlaf ins Auto gepackt haben und es Frühstück erst im Morgengrauen bei Autogrill in Italien gab.

Die Straßen gehören dir, der Sonnenaufgang ebenfalls, und du bist dabei, wenn die ersten Vögel morgens zu zwitschern beginnen. So früh in der Arbeit bist du auch noch der/die einzige, kannst in aller Ruhe genüsslich frühstücken und so richtig in den Workflow kommen, wenn endlich mal kein Telefon klingelt. Und wenn dann die andren sich nach der Mittagspause wieder hinter die Computer quälen, kannst du schon wieder heimgehen.

12. Sprich mal jemanden an. Einfach so.

Wer mal länger eine Reise macht, hat kaum Schwierigkeiten ständig neue Menschen anzusprechen und kennenzulernen. Aber die meisten von uns, fühlen sich nicht grade bemüßigt, einfach so jemanden anzusprechen und Small Talk zu beginnen. Schade eigentlich. Gerade in vielen afrikanischen Ländern ist es absolut normal, sich mit Unbekannten auf der Straße zu unterhalten.


Wer lieber seine neuen Bekanntschaften im Vorfeld abchecken möchte, oder wem das Geld zum Reisen fehlt, kann auch einfach Unbekannte in die eigene Wohnung einladen, ein Zimmer zur Urlaubsunterkunft von Unbekannten machen oder eine Postkarte an Unbekannte schreiben. Es gibt viele aufregende Möglichkeiten, um neue Menschen und Gleichgesinnte kennen zu lernen.

13. Mach ein Mixtape

Ok, zugegeben, das wird ein bisschen schwer. Kaum jemand von uns besitzt noch einen Kassettenrekorder. Aber wie wär’s mit einem Soundtrack für euren Schatz, für den Schulstart oder einer CD, die euch richtig Power gibt, wenn ihr morgens in die Arbeit fahrt, euch einen Kurztrip mit lieben FreundInnen gönnt oder ein Soundtrack, die euch runterholt, wenn ihr im Stau steckt.

 

Wichtig ist, dass ihr die Mucke festhaltet und nicht bloß als Playlist anlegt. Als CD oder MC wird sie immer ein Stück Zeitgeschichte bleiben und euch daran erinnern, wie ihr dieses oder jenes erlebt habt.

 

Mit den meisten Handys lässt sich auch noch allerlei aufnehmen. Wenn ihr euch ein bisschen mit audacity spielt, könnt ihr überhaupt gleich eine kleine Anmoderation für euer Mixtape basteln. Wäre doch auch mal wieder ein sehr persönliches Geburtstags/Weihnachtsgeschenk.

14. Wenn du reist, dann ohne Reiseführer und Sehenswürdigkeiten

Für die meisten von uns sieht ein Besuch von Paris oder London relativ ähnlich aus. Alle klappern die gleichen Sehenswürdigkeiten ab, machen dieselben Fotos und ab nach Hause. Viel von Land und Leute kriegen wir da nicht mit, weil wir ja ständig anderen Touris begegnen. Hol dir doch ein paar Infos von Couchsurfern - Geheimtipps, die Touris nicht wissen, Lokale wo wirklich Einheimische hingehen und lerne Gegenden abseits der ausgetretenen Pfade kennen.

15. Lese liebe ungewöhnlich

In deinem Bücherregal wartet schon ewig ein Buch auf dich, das noch immer originalverpackt ist? Pack es aus und lies es, oder verschenk es endlich. Schau dich mal um im Zeitschriftenhandel und kaufe dir ein Magazin, das du noch nie gelesen hast oder zu dem du sonst nicht greifen würdest. Welche neuen Erkenntnisse gewinnst du? - Oder schau doch wirklich mal in einen dieser Secondhand-Läden. Welche Schätze warten da auf dich?

16. Geh in die Kirche

Ganz egal was du glaubst oder auch nicht - statt der 20. Tempelbesichtigung auf Bali und der Hagia Sophia in Istanbul besuch doch mal einen afrikanischen/lateinamerikanischen/philippinischen/ etc. Gottesdienst in deiner Stadt, geh ins buddhistische Zentrum oder wirf einen Blick in eine Synagoge oder einen Friedhof, der nicht deiner Konfession entspricht. Kirchen-Touris quasi. Kann sehr erhellend und lustig sein ;-)

17. Demonstriere!

Etwas kotzt doch an? Du hast Unmut aufs System? Tu ihn kund. Demos gibt es häufiger, als du vielleicht denkst. Mach dich schlau. Es wird immer irgendwo demonstriert. Dabei lernst du gleich ein paar Gleichgesinnte kennen.

18. Alle Wege führen nach...

Geh mal einen Weg zu Fuß oder nutz die Öffis, wo du sonst zum Autoschlüssel greifst, fahr mit dem Fahrrad oder nutz den Zug zum Wandern. Erschließe dir deine Umgebung mal mit anderen Mitteln als bisher. Das bringt genauso wie's Möbelumstellen neue Perspektiven, schärft den Blick für Neues und reißt dich aus deinem Alltagstrott.

19. Kauf mal nix

Morgens immer der Cafè Latte ums Eck, dann noch eine Zeitung auf dem Weg zur Arbeit und samstags noch ne 100er-Packung Teelichter bei Ikea. Sag mal, brauchst du das eigentlich alles wirklich? Was wäre anders an deinem Tag, wenn du mal auf das eine oder andere Kaufritual verzichtest? Was wäre anders, wenn du statt dem Coffee-to-go dir die Zeit nimmst, mit jemanden in der Kaffeepause in der Arbeit mal wirklich genüßlich einen Kaffee zu trinken und zu tratschen oder zu Hause die Nachbarin auf ein Tässchen einlädst?

20. Mach Radio

Das Mixtape war erst der Anfang ;-) Nicht nur in großen Städten, sondern teils auch irgendwo in der Pampa sind freie Radios angesiedelt - ja teils sogar freie Fernsehstationen. Jede/r kann dort mitmachen. Ein kleiner Workshop reicht und schon hast du das Zeug für deine eigene Sendung. ZuhörerInnen? Egal. Es geht vor allem um's tun. Und wenn du Bock drauf hast, wirst du vermutlich eine kleine Fangemeinde ohnehin schon dein eigen nennen :-)

21. Engagiere dich

Ja, ich weiß. Als Elternteil hat mensch eh kaum Zeit für irgendwas außer Familie. Aber was wäre wenn mehr Zeit bleibt, weil sich ein Haufen engagierter Menschen in Foodcops die Lebensmitteleinkäufe leichter macht, Saatgut tauscht, gemeinsam Gärten bewirtschaftet und sich als Babysitter gegenseitig durchtauscht? Einzelkämpfen ist auf die Dauer nicht nur anstrengend sondern auch schwer leistbar. Engagiere dich und dein Alltag wird...anders. ;-)

22. Spiele!

Ganz egal, ob Gesellschaftsspiele, eine Runde Karten am Abend vorm Schlafengehen mit dem Lieblingsmenschen, eine lustige Version von Stadt-Land-Fluß (auf meiner to-to-Liste steht eine spezielle Asien-Challenge, dann Afrika, dann Lateinamerika) oder einfach in die Regenpfützen hüpfen. Spielen ist nicht nur etwas für Kinder. Spielen ist die ureigenste Form des Lernens. Also geben wir unsrem Hirn ein bisschen Futter und spielen wir bis wir todmüde auf dem Teppich einschlafen ;-)

Natürlich könnt ihr auch der Sex-to-do-Liste der Cosmopolitan folgen, aber ich empfehle ich da eher ein paar andre Gustostückerl ;-)



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Das interessiert mich besonders:

Noch mehr unglaubliche Tipps, die dein Leben auf den Kopf stellen... (oder auch nicht) ;-)

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